Fisch: Solidarische Verbraucher gesucht

Reimoser: „Mit www.gutewahlfisch.at haben wir eine TOP-Infoplattform geschaffen.“

Der Fischabsatz ist heuer durch die pandemisch bedingten Lockdowns in weiten Strecken sprichwörtlich „ins Wasser gefallen“. Gerade das Weihnachtsgeschäft ist für die Teichwirte besonders bedeutsam.

Insgesamt werden in der Steiermark rund 1000 Hektar Teichfläche von rund 300 Mitgliedsbetrieben bewirtschaftet. Davon sind 100 Direktvermarkter. „Aber gerade jetzt ist Karpfensaison, es müssen rund 130 Tonnen rund um Weihnachten verkauft werden“, erklärt Verbands-Geschäftsführer Helfried Reimoser. Verkauft werden diese eigentlich an die Gastronomie bzw. ab Hof und auf Bauernmärkten. Als „To-Go“ über die Gastroschiene sei das aber viel schwierig zu verkaufen als etwa ein Gansl, so Reimoser. Dennoch appeliert er an die heimische Bevölkerung „sich über die Zubereitung drüber zu trauen“, es gebe sehr viele Rezepte und Videos, die es einem leicht machen.

Vor allem Direktvermarkter sind im direkten Kundenkontakt und haben viele gute Tipps. Überhaupt wurde aufgrund der besonderen Umstände Werbung wie noch nie betrieben, auch neue Kooperationen mit dem Einzelhandel wurden geschlossen.

 

Auch wenn sich der Genuss von durchschnittlich 7,9 Kilo pro Jahr (2019) hoch anhört, der Selbstversorgungsgrad bei Fisch in Österreich bleibt seit Jahren bei bescheidenen sechs Prozent „picken“. Der Großteil der Fische (74.000 t) wird somit aus dem Ausland bezogen, bescheidene 4400 Tonnen mache laut Statistik Austria die heimische Gesamtproduktion aus. Mit 650 Tonnen liegt der Karpfen hinter Forelle und Saibling auf Platz drei des Rankings. 400 Tonnen kommen davon aus der Steiermark.

Dabei hätte man noch um einiges mehr Potenzial, Fischräuber wie Fischotter und Kormorane machen den Teichwirten einen Strich durch die Rechnung. Daher plädiere man laut Reimoser seit Jahren für ein Überdenken des strengen Abschussverbotes. Die geschätzten 2000 Fischotter allein verputzen etwa drei Tonnen Fisch – pro Tag!  Die Ausfälle sind teils extrem. Bis zu 30 Prozent halte man aus, aber alles darüber ist wirtschaftlich nicht tragbar. Allein deshalb brauche man die Solidarität der Bevölkerung als regional handelnde Verbraucher.